Gelbe Briefe.
- Mittwoch, 28. April 2027 (20:00) - Cinéclub
- 2025
- Deutschland
- Regie: Ilker Çatak
- Besetzung: Özgü Namal, Tansu Biçer, Aziz Çapkurt, Yusuf Akgün, Leyla Smyrna Cabas, Şiir Eloğlu u.a.
Am Staatstheater Ankara endet die Premiere eines neuen Stück mit tosendem Applaus. Auf der Bühne steht neben anderen die Schauspielerin Derya, Autor des Stücks ist ihr Ehemann Aziz, Universitätsdozent und Dramaturg. Als tags darauf auf den Strassen Ankaras eine regimefeindliche Demonstration stattfindet und Aziz seine Studierenden zur Teilnahme ermuntert, lässt die Antwort der Staatsmacht nicht auf sich warten: Er wird fristlos entlassen, sein Theaterstück vom Spielplan gestrichen. Die Familie flüchtet daraufhin zu Aziz’ Mutter nach Istanbul und versucht dort, ihr Leben neu zu organisieren, Regisseur İlker Çatak zählt mit Fatih Akin, Thomas Arslan oder Ayşe Polat zu den bedeutendsten deutsch-türkischen Regisseur:innen. Sein letzter Film «Das Lehrerzimmer» war ein grosser Publikums- und Kritikererfolg, und zeigte die Schule als Brennglas für gesellschaftliche Entwicklungen. In «Gelbe Briefe», der an der Berlinale 2026 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, stellt Çatak ein Paar in den Fokus, das durch die Willkür eines autoritären Regimes unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. Ein Drama über Mut und Macht, das die grossen gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit zum Thema macht. Indem die Geschichte explizit an deutschen Schauplätzen inszeniert wird, erweitert der Film seine Warnung vor totalitären Kräften universell und begrenzt sie nicht auf türkische Verhältnisse.
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